Zu Fuß auf den höchsten Berg Deutschlands
Bei Recherchen im Internet und der Suche nach einer interessanten Wanderung war ich auf die Seite von AlpineWelten gestoßen und da ich die Wanderung auf die Zugspitze mit Gruppe und Wanderführer interessant fand, las ich alles, was ich darüber finden konnte und setzte mich dann mit dem Veranstalter in Verbindung. Ich hatte mir einen der angebotenen Termine ausgesucht, war aber anscheinend der einzige. So bot mir AlpineWelten einen anderen Termin an, der mir passte.
Vom 04. bis 07. Juli 2022 war ich auf der 4-tägigen Wandertour durch das Wettersteingebirge mit Wanderung auf den Zugspitzgipfel (2.962 m). Nach meiner Anreise am Sonntag und der Übernachtung in der Hotel Garni "Zum Franziskaner" in Grainau traf ich mich am Montag um 09:00 Uhr mit den 7 anderen Mitwanderern (Doris und Manfred, Günter und Gisela, Helma, Elisa und Karen (Chen) sowie unserem Bergwanderführer Helmut. Veranstalter war AlpineWelten, bestehend aus Berg- und Wanderführern der Bergschulen von Zugspitze und Watzmann. Nach einer kurzen Begrüßung begann die Wanderung pünktlich.
Das Gewicht meines Rucksacks lag zwischen 10 kg und 11 kg.
Etappe | Strecke | HM bergauf | HM bergab | Übernachtung | Gehzeit |
---|---|---|---|---|---|
04.07.2022 | 14 km | 1.070 | 210 | Kreuzeckhaus | 5,5 h |
05.07.2022 | 13,5 km | 450 | 740 | Reintalangerhütte | 5 h |
06.07.2022 | 14,2 km | 1.625 | 970 | Knorrhütte | 8 h |
07.07.2022 | 9,2 km | 270 | 970 | Zum Franziskaner Grainau | 4h |
1. Etappe
Von der Kreuzeckbahn nach Hammersbach, von dort durch die Höllentalklamm, danach über die Knappenhäuser zum Hupfleitenjoch und von dort hinüber zum Kreuzeckhaus
Bereits nach 500 Metern an den ersten Häusern von Hammersbach mussten wir unser Regenzeug auspacken, da es anfing zu regnen. Bis zur Höllentaleingangshütte liefen wir nun am Bach entlang, wobei der Weg im Wald verlief und stetig anstieg. Am Eingang zur Klamm hatte es im Prinzip schon wieder aufgehört zu regnen bzw. tropfte es mehr von den Felswänden. Der Weg schlängelte sich, teils durch Tunnel und Galerien, durch die Klamm aufwärts.
Am Ende der Klamm wurde der Weg etwas breiter, aber wir benötigten mindestens noch eine Stunde bis zur Höllentalangerhütte. Da der Himmel mittlerweile aufgerissen war und die Sonne immer häufiger zeigte, bot sich uns ein herrliches Bergpanorama. Besonders an der Hütte war die Aussicht auf den Höllentalferner und den Zugspitzgipfel ausgezeichnet. Wir kehrten ein, tranken etwas und genossen eine Kleinigkeit.
Nach unserer Mittagsrast begann gleich hinter der Hütte der Aufstieg zu den Knappenhäusern und dem Hupfleitenjoch, wobei der Weg dabei wieder in Richtung Garmisch-Partenkirchen verlief. Bis zu den Knappenhäusern stieg der Weg zwar auch stetig an, war aber nicht zu anstrengend. Der Aufstieg von dort zum Hupfleitenjoch stellte schon eine Herausforderung dar und brachte uns richtig ins Schwitzen. Oben angekommen gab´s wieder eine Pause mit herrlichem Ausblick zurück ins Höllental, hinauf zur Zugspitze und auf die Alpspitze.
Vom Hupfleitenjoch zum Kreuzeckhaus ist der Weg nur ein leichtes auf und ab und wir erreichten nach 45 Minuten unser Tagesziel. Hier bezogen wir unsere Zweibettzimmer, duschten und aßen gemeinsam Abendbrot. Danach gab es noch ein paar interessante Gespräche und um 22:00 Uhr war, wie in Berghütten allgemein üblich, Nachtruhe.
2. Etappe
Vom Kreuzeckhaus auf dem Bernadeinsteig hinunter zur Bockhütte im Reintal, von dort wieder talaufwärts zur Reintalangerhütte.
Um 06:30 Uhr gab's Frühstück und um 07:45 Uhr begannen wir die Tagesetappe am Dienstag. Der Weg verlief absteigend entlang des Berges durch den Wald hinunter ins Reintal. Da es wieder leicht zu regnen begann, war der Wegverlauf über feuchte Steine und Wurzeln nicht unproblematisch, verlief aber ohne Probleme. Auf den letzten beiden Kilometern regnete es etwas stärker, so dass ich meinen Schirm aufspannte und dafür auf meine Teleskopstöcke verzichtete.
An der Bockhütte kehrten wir ein und gönnten uns eine Mittagspause. Wie von Helmut versprochen hörte es auf zu regnen und der Himmel riss auf. Also zog ich meine Schuhe und Strümpfe aus und testete, gemeinsam mit einigen anderen, die Wassertemperatur der Partnach. Unsere eindeutige Meinung war: 5° C sind einfach zu wenig, um länger ins Wasser zu gehen.
Der Rest des Wegs verlief im Reintal aufwärts, erst allmählich, am Ende heftig ansteigend. Wir legten noch einen Stopp an einigen Gumpen ein, deren Wassertemperatur zumindest 15° C betrug. Helmut nutzte die Gelegenheit, zog sich bis auf seinen Boxershort aus und sprang hinein. Allerdings konnte er keinen von uns animieren, es ihm nachzutun.
Danach war es nur noch ein kurzes Stück bis zur Reintalangerhütte, Wir tranken erst einmal etwas auf der Terrasse und bezogen dann unser Zimmer/Schlaflager mit 8 Plätzen. Vor dem Abendessen liefen wir aber auf dem Reintalanger noch ein Stück aufwärts und besichtigten die Quelle der Partnach, die dort aus einem Felsloch an die Oberfläche sprudelt und in die Tiefe stürzt. Nach einigen Fotos und der Sichtung einer Gams ging es zurück zur Hütte, wo wir nach dem Abendbrot den Abend wieder im Aufenthaltsraum verbrachten.
3. Etappe
Von der Reintalangerhütte zur Knorrhütte, danach weiter zum Zugspitzplatt und dann auf den Gipfel der Zugspitze. Mit der Seilbahn ging es hinunter nach Sonnalpin und von dort zu Fuß zurück zur Knorrhütte.
Am Mittwochmorgen gab es schon um 06:20 Uhr Frühstück, alles Bio, vieles selbstgebacken und bei Bedarf auch vegan. Wir liefen bis ans Ende des Reintalangers und begannen dort unseren Aufstieg, erst durch Schotter, dann entlang einer Felswand auf einem Felsband. Danach verlief der Weg wieder auf Schotter stetig ansteigend bis zur Knorrhütte, die wir nach 2,5 Stunden erreichten. Hier konnten wir etwas trinken und alles für den Gipfelaufstieg Unnötige einlagern, da wir am Abend hier wieder übernachteten.
Mit leichterem Gepäck und Helmen auf dem Rücken liefen wir nach ca. 30 Minuten weiter und begannen unseren Gipfelsturm. Stetig ansteigend verläuft der Weg zur Zugspitze bis zum Zugspitzplatt immer auf schottrigen Wegen, wobei der Gipfel erst relativ spät zu sehen ist. Am Ende gab es auch noch ein paar Schneereste, die uns aber nicht aufhalten konnten. 4 von uns hatten sich entschieden, den Weg auf den Gipfel zu Fuß zurückzulegen, die anderen nahmen die Seilbahn von Sonnalpin. Unser Bergwanderführer Helmut ging natürlich mit den Fußgängern.
Für mich der anstrengendste Teil der Wanderung war der Aufstieg durch den Schotterhang neben dem Schneefernerhaus - ein Schritt vor, einer zurück. Als wir das Schuttfeld überwunden hatten, zogen wir Jacken an und setzten unsere Helme auf. Danach ging es weiter auf dem mit Drahtseilen gesicherten Steig hinauf zur Zugspitze. Sonne und Wolken wechselten sich, so dass der Aufstieg uns nicht unnötig ins Schwitzen brachte und die Aussicht hervorragend war.
Am Ende waren es noch ein paar Stufen, die uns nach oben brachten und wir standen am alten Zollhaus. Am Münchener Haus stärkte ich mich mit Wiener Würstchen und einer Tasse Kaffee. Danach drehten wir eine Runde auf der Plattform, schossen ein paar Fotos mit dem Gipfelkreuz im Rücken und genossen die Aussicht. Allerdings wechselten jetzt dichte Wolken und Sonnenschein ständig und es war entsprechend kühl. In einem waren wir uns alle einig: nach unten zum Zugspitzplatt geht´s mit der Seilbahn.
Zurück zur Knorrhütte benötigten wir nur wenig mehr als eine Stunde, wobei das auf den Schotterwegen nicht immer einfach war. In der Hütte wurde das Zimmer/Schlaflager bezogen, geduscht und anschließend gemeinsam Abendbrot gegessen. Aufgrund der Anstrengungen des Tages lagen alle gegen 21:45 in ihrem Schlafsack und es war Nachtruhe.

4. Etappe
Von der Knorrhütte übers Gatterl und Felder Jöchl hinunter zur Hochfelder Alm. Danach weiter abwärts zur Ehrwalder Alm und nach Ehrwald. Mit dem Taxi zurück nach Garmisch-Partenkirchen.
Auch am Donnerstag gab es wieder um 06:30 Uhr Frühstück und wir starteten gegen 07:45 Uhr zu unserer letzten Etappe. Über den Plattensteig verlief der Weg nur wenig auf- oder absteigend hinüber zum Gatterl, dem Grenzübergang nach Osterreich. Nach einem kurzen Abstieg ging es wieder hinauf zum Felder Jöchl und danach zum Am Brand.
Von hier aus war unten die Hochfeldern Alm schon zu sehen, die wir gegen 11:00 Uhr erreichten und wo wir ca. eine Stunde pausierten. Es gab leckerer Kaiserschmarrn, tolle Brettljause, Bier und Kaffee. Und Karen (Chen) verriet uns, dass sie an diesem Tag ihren 40. Geburtstag beging. Das ist aber in Taiwan kein Grund zum Feiern. Aber wir gratulierten ihr und das Almpersonal brachte ihr einen Apfelstrudel mit Schlagsahne auf Kosten des Hauses. Also doch eine kleine Feier.
Der Rest des Weges verflief bergab in Richtung Ehrwalder Alm. Es begann zwar noch ein paar Tropfen zu regnen, aber so schnell wie es angefangen hatte, hörte es auch wieder auf. An der Talstation der Ehrwalder Almbahn warteten schon die 2 Taxen, die uns zurück nach Garmisch-Partenkirchen bzw. zur Kreuzeckbahn brachten. Hier gab es noch ein Gruppenbild, wir verabschiedeten uns von unserem Bergwanderführer Helmut und danach voneinander. Damit war unsere Wanderung Geschichte. Ich verbrachte noch eine Nacht in der Hotel Garni “Zum Franziskaner" in Grainau und fuhr am Freitag wieder nach Hause.











