Wanderung im Salzkammergut

Juni 2023

Die Wandertour "4 Berge-3 Seen" hatte ich im letzten Jahr im Internet gefunden. Da ich schön öfter in der Gegend unterwegs war, wollte ich die Tour eventuell allein oder mit einem Freund wandern, allerdings wie in den letzten Jahren immer selbst organisiert und mit Rucksack auf dem Rücken. Ich begann die Tour für 2023 zu planen, stellte die einzelnen Abschnitte etwas um und ließ die Sache auf mich zukommen. Anfang Dezember 2022 ergab sich, dass Peter sich entschloss, mich auf der Tour zu begleiten, da er zum geplanten Temin frei hatte. Also konkretisierte ich meine Planung und buchte zuerst das Doppelzimmer auf dem Schafberg und legte danach die übrigen Etappen um diesen Termin.

Vom 19. bis 22. Juni 2023 fand also unsere Wanderung statt. Sie war zwar von den täglichen Strecken, gemessen in Kilometer, nicht sehr anspruchsvoll, aber dafür von den zu bewältigenden Höhenmetern. Nach den von unseren Uhren aufgezeichneten Werte haben wir etwa 3.700 Höhenmeter Anstiege bewältigt und sind etwa 2.900 Höhenmeter abgestiegen. Peters Rucksack wog etwa 5 bis 6 kg, meiner 9 bis 10 kg (wie immer hatte ich zu viel mit). Für nicht geübte und unerfahrene Wanderer sind die Etappen auch ohne Gepäck ziemlich anstrengend. Bei uns kam noch hinzu, dass an allen Tagen die Sonne schien und die Temperaturen zwischen 28 und 35 Grad lagen. Der gesamte Weg ist sehr gut ausgeschildert und gekennzeichnet.

Wir fuhren also am 18. Juni 2023 von Eisenach über die Autobahn bis Passau und von dort auf der Landstraße weiter bis zum Mondsee. Start und Ziel meiner geplanten Tour war Mondsee. Dort hatte ich für die erste und letzte Nacht je ein Doppelzimmer in der Pension Göschlberger gebucht. Ein schönes Haus mit freundlichem Personal, sauberen Zimmern und einem lockeren Frühstück. Außerdem konnten wir dort unser Auto abstellen, sogar auf einem schattigen Platz.

1. Etappe: Mondsee - Forsthaus Wartenfels (924 m) - Ruine Wartenfels - Schober
(1.328 m) - Frauenkopf (1.304 m) - Forsthaus Wartenfels - Fuschl am See

Länge: 16 km, aufwärts: 1.030 m, abwärts: 835 m
Gesamtzeit: 07 h 40 min

Nach dem Frühstück starteten wir unsere Wanderung und folgten der Ausschilderung in Richtung Schober. Die Anfangskilometer verliefen auf asphaltierten Straßen und Landwirtschaftswegen. An einer Kapelle biegt der Weg dann ab und verläuft bis zum Forsthaus Wartenfels auf Forst- und Wanderwegen kräftig ansteigend meist durch Wald. Da Montag war, hatte das Restaurant Wartenfels Ruhetag, aber es gab zumindest einen gekühlten Getränkeautomat. Das dort stehende Hinweisschild “Nur für Geübte, alpine Erfahrung und Trittsicherheit erforderlich” sollte man ernst nehmen. Für uns ging es steiler ansteigend bis zur Ruine der Burg Wartenfels, von der man schon sehr schöne Ausblicke auf den zurückgelegten Weg, aber auch auf das Ziel Fuschlsee hatte. Die restlichen 300 Hm zum Gipfel verliefen sehr steil auf einem “leichten” Klettersteig mit Stufen und Leitern sowie Seilsicherung.

Oben bot der Schober sagenhaften 360-Grad-RundumbIick und entschädigte für die Mühen. Da es sich um einen Rundweg handelt, hatten wir allerdings auf der anderen Seite einen genauso bescheidenen Abstieg über den Frauenkopf bis zum Forsthaus Wartenfels vor uns. Auch jetzt bemühten wir den Getränkeautomaten nochmal und stiegen dann durch den Wald nach Fuschl am See ab, wobei mir der Schotter auf dem Weg einmal die Füße wegzog, so dass ich stürzte. Allerdings ohne größere Verletzungen oder Schäden. Peter ging gleich im See baden, während ich schon in unserer Pension “Steakhaus” in Fuschl eincheckte. Das Steakhaus hatte am Montag auch Ruhetag, aber im Biergarten eines Hotels direkt am See war es auch sehr schön. Von hier aus wechselten wir nochmal in ein Café, bevor wir uns dann im Garten unserer Pension noch einen Absacker gönnten.

2. Etappe: Fuschl - Sulzberg (1017 m) - Hof Kühleiten (914 m) - Sausteigalm (1.11O m) - Zwölferhorn (1.521 m) - St. Gilgen

Länge: 14 km, aufwärts: 944 m, abwärts: 219 m.
Gesamtzeit: 05 h 05 min

Nach einem guten und reichlichen Frühstück starteten wir auf der asphaltierten Ellmauer Straße in Richtung Zwölferhorn. Kurz vor dem Hochlackenhof bog der Weg rechts ab und verlief ab hier steiler werdend auf Waldwegen serpentinenartig hinauf auf den Sattel am Sulzberg. Nach einer kurzen Pause am höchsten Punkt folgte ein kurzer Abstieg. um dann wieder leicht ansteigend den Kühleitenhof zu erreichen. Hier standen 3 Stühle am Weg, ein Sonnenschirm und wiederum ein gekühlter Getränkeautomat, den wir auch strapazieren mussten. Von dort bis zur Sausteigalm verläuft der Weg meist auf Waldwegen relativ steil ansteigend.

Dort angekommen gönnten wir uns einen Kaiserschmarrn (kleine Position) und hatten dabei immer den Gipfel im Blick, zu dem wir noch 400 Hm vor uns hatten. Alle Wege nach oben verlaufen ab der Alm in offenem Gelände, also ohne Schutz vor der Sonne. Wir wählten deshalb die Fahrstraße über die Stubneralm, die zwar auch steil war, aber nicht ganz so wie der direkte Weg zum Gipfel. Über ein paar Serpentinen erreichten wir die Arnikahütte und danach den Gipfel.

Da wir wieder Flüssigkeit aufnehmen mussten, könnten wir uns je zwei Radler in der Voitl Hütte. Wegen meines Sturzes vom Vortag und da alle Wege ins Tal wieder steil und geschottert waren, hatten wir beschlossen, mit der Seilbahn hinab nach St. Gilgen zu fahren, um wegen der Hitze im Wolfgangsee baden zu gehen. Quartier hatten wir hier in der Pension Haus Meyerhofer in einer toll eingerichteten Ferienwohnung. An allen Seen in dieser Region gibt es frei zugängliche Badestellen und von der Pension bis dorthin waren es nur ein paar Minuten. Abendessen und Absacker gab es an diesem Tag im Außenbereich unserer FeWo.

3. Etappe: St. Gilgen - Fürberg - Falkensteinkirche (737 m) - Jausenetation Aichinger (650 m) - Schafbergalpe (1.363 m) - Schafberg (1.732 m) - Hotel auf dem Schafberg (1.782 m)

Länge: 16 km, aufwärts: 1.340 m, abwärts: 470 m
Gesamtzeit: 05 h 35 min

In dieser schönen Pension gab es außer einer netten Wirtin auch das beste Frühstück der Tour. Danach liefen wir hinunter zur Schiffsanlegestelle und fuhren mit dem Dampfen in 5 Minuten hinüber nach Fürberg. Hier starteten wir heute unsere Etappe auf einem breiten Wanderweg, zuerst gemächlich, dann steil ansteigend auf dem Pilger- und Kreuzweg hinauf zur Falkensteinkirche. Danach folgen noch das "Wundersame Wasser" sowie die "Felsenkapelle - Zeichen im Stein", bevor es wieder abwärts in Richtung St. Wolfgang ging. Vorher wechselten wir aber auf den ausgeschilderten Riedersteig durch den Wald hinauf zur Jausenstation Aichinger. Um unser Trinkwasser in unseren mitgeführten Flasch zu schonen, gab es hier wieder Radler.

Für den Weg von der Jausenstation hinauf bis zum Schafberg sind laut Ausschilderung 3 Stunden veranschlagt, bis zur Alpe 2 Stunden. Es steht allerdings nicht dabei, dass der Weg, ausgenommen 100 bis 200 m, immer mit 20% bis 25% konstanter Steigung, teils Waldweg, teils steiniger Weg, nach oben führt. Mit unseren Rucksäcken war es sehr anstrengend, auch wenn der Weg bis zur Alpe im Wald verläuft. Etwas abseits der Alpe verlässt der Weg den Wald und verläuft dann im freien Gelände, zum Teil mit Stufen, hinauf zum Gipfel. 

Da ich schon mehrfach auf den Schafberg gewandert bin, hatte ich für mich beschlossen, ab der Alpe für die letzten 370 Hm die Bergbahn zu nutzen. Peter bewältigte auch diesen Rest zu Fuß. Ich bezog im Hotel Schafbergspitze schon mal unserer gebuchtes Zweibettzimmer mit Balkon und Seeblick zum Attersee. Nach 16:00 Uhr ist dort oben auf dem Gipfel Ruhe, keine Touristen mehr, nur die paar Hotelgäste.

Nach dem Abendessen im Hotel drehten wir noch eine Gipfelrunde, schossen Fotos und beobachteten den Sonnenuntergang. Der Ausblick von dort oben ist grandios: Attersee, Mondsee, Irrsee, Fuschlsee, Attersee, und zahlreiche Berge bis zum Dachstein. Den obligatorischen Absacker gab es diesmal auf unserem Balkon, wobei wir die fast bis ans Hotel herankommenden Gämsen beobachteten. Bei einem kurzen Blick vom Balkon in der Nacht stand eine Gruppe Hirsche direkt auf der Wiese vor dem Hotel. Die Übernachtung dort oben auf dem Schafberg war der Höhepunkt der gesamten Wanderung.

4. Etappe: Schafberghotel (1.782 m) - Schafbergalpe (1.363 m) - Winkl/Krotensee (580 m) - Mondsee - St. Lorenz (486 m) - Bichl - Mondsee (Ort)

Länge: 20 km, aufwärts: 186 m, abwärts: 1.319 m
Gesamtzeit: 06 h 05 min

Ausgiebiges Frühstück und los ging es. Vom Gipfel über die Schafbergalpe hinunter nach Winkl verlief der Wanderweg zuerst über den Wiesenweg mit zahlreichen Stufen, danach auf breiter Forststraße, um endlich auf einem Steig durch den Wald gut 3 Stunden nach unten zu führen. Es ging zwar bergab, war aber auf Grund der Hitze an diesem Tag und der Steilheit des Weges trotzdem anstrengend. In Winkl folgten wir der Ausschilderung zum Batznhäusl und Krotensee. Dieser verlief zum Teil auf einem schmalen Wald- und Wiesenweg, wobei ein Loch, dass komplett mit Gras zugewachsen war. mich wieder zum Sturz brachte. Wiederum nicht schlimm, aber diesmal das rechte Knie etwas strapaziert.

Nach zwei Radlern am Batznhäusl und einer erholsamen Pause am Krotensee entschieden wir, den letzten Berg (Almkogel 1.030 m) links liegen zu lassen. Wir wanderten ein kurzes Stück entlang der Mondseerstraße und bogen dann ab auf den Rad- und Wanderweg hinunter zum Mondsee. Allerdings standen uns hier mehr als 10 Kilometer Asphaltweg entlang des Sees mit wenig oder gar keinem Schatten bevor und mehr als 30 Grad Celsius. Also ging Peter nach ein paar Kilometern erst einmal im See schwimmen und ich hängte meine Füße in den See. Nach der Abkühlung liefen wir nach St. Lorenz und kehrten dort im Gasthaus Zur Drachenwand ein. Wir stärkten uns mit Radler, Salat und Apfelstrudel.

Das letzte Stück bedeutete immer noch etwas mehr als eine Stunde Fußweg. Wir liefen das erste Stück gemeinsam und während Peter die gesamte Strecke bis zur Pension zu Fuß zurücklegte, hielt ich für die letzten 3,5 km den Daumen in den Wind und fuhr per Anhalter nach Mondsee. Nachdem wir uns geduscht und erfrischt hatten, liefen wir zu einem Restaurant am See, um zu essen. Das Thermometer an der Wand zeigte 36 Grad. Es war der Temperaturhöhepunkt unserer Wanderung. In der Nacht regnete es dann und die Temperaturen sanken um mehr als 15 Grad. Wir fuhren am Freitag nach dem Frühstück wieder nach Hause.