Drauradweg

Aug 2006

Von Toblach nach Lienz begegnet man der Drau als „jungen Fluss“. Plätschernd bahnt sie sich durch das Pustertal in Italien, durch unberührte Aulandschaften, vorbei an den Lienzer Dolomiten, zur Hauptstadt Osttirols. Rund 46 km hat man da bereits schon hinter sich gebracht. Weiter geht's in Richtung Kärnten durch das malerische Oberdrautal. Einen Abstecher zur Römerstadt Aguntum sollte sich dabei auf jeden Fall unternehmen. Auch im Lurnfeld begegnen Sie einer weiteren römischen Ausgrabungsstätte, der Tauernstadt Teurnia und schon hat man Spittal erreicht.

Von hier geht's größtenteils entlang des Drauufers nach Villach. Kurz vor dem Zentrum können Sie wählen, ob Sie rechts oder links am Ufer der Drau entlang fahren möchten. Der Abschnitt von Villach nach Völkermarkt ist mit Sicherheit der abwechslungsreichste Teil dieser Tour. Faaker See, Ossiacher See, Wörthersee laden zu einem Abstecher ein.

Auf Dammwegen geht's ins Rosental und weiter nach Völkermarkt, mit wunderbarem Blick auf die Völkermarkter Stauseen. Auch der letzte Abschnitt nach Maribor, 116,5 km, hat viel zu bieten: Jauntalbrücke (höchste Eisenbahnbrücke Mitteleuropas) und Hängebrücke Santa Lucia sind nur einige Highlights.

Tourüberblick

  • Distanz/Länge: ca. 366 km gesamt (280 km in Kärnten)

  • Zeit: 5 — 10 Tage

  • Schwierigkeit: leichte — mittlere Trekkingroute; vor allem für Familien geeignet, natürliches Gefälle von West nach Ost

  • Startpunkt/Strecke: Toblach (Südtirol) — Sillian — Lienz — Spittal — Villach — Völkermarkt — Lavamünd — Dravograd — Maribor

  • Höhenunterschied: ca. 590 m

Von Sillian bis Lienz und Völkermarkt ist der Radweg in beide Richtungen sehr gut markiert, von Völkermarkt bis Lavamünd war die Markierung damals noch mangelhaft.

Wir habe 2006 den Drauradweg auf der Strecke von Sillian in Osttirol an der italienischen Grenze bis nach Lavamünd an der slowenischen Grenze zurückgelegt. Die Tour hatten wir im Internet mit Gepäcktransport und Rückholung von Lavamünd gebucht. Die Unterbringung erfolgte in kleinen Pensionen und Hotels mit Frühstück. Die Strecke haben wir in 6 Etappen bewältigt, so dass wir auch genügend Zeit hatten, rechts und links des Weges viel zu sehen. Die Räder haben wir beim Veranstalter gemietet. Außer Karin und mir war Thomas mit auf Tour.

1. Etappe:
Von Sillian nach Dellach

Wir hatten uns bei unserer Anreise und vor der Abreise in der Pension Gesser eingemietet. Hier konnten wir unser Auto stehen lassen und in Ruhe unsere Tour absolvieren. Wir wollten am 03. August nach dem Frühstück starten, aber starker Regen verhinderte erstmal den Start. Nach zwei Stunden hatte der Regen etwas nachgelassen und wir begannen die Tour mit Regencapes. Weit vor Lienz waren wir schon komplett durchnässt und es hörte nicht auf, so dass uns die Stadt überhaupt nicht interessierte und wir einfach hindurch fuhren. 

Da es schon in der Nacht vor unserem Start stark geregnet hatte, waren die Uferwege zum Teil schon nicht mehr befahrbar, da die Drau schnell angeschwollen war. Das Wasser schwappte in unseren Schuhen hin und her und ab Oberdrauburg fuhren wir nicht mehr auf dem Radweg, sondern auf der Landstraße, da dort das Wasser nicht so stand, wie auf dem Radweg am Ufer der Drau.

Komplett durchnässt erreichten wir den "Gasthof Weigand Trunk" in Dellach. Da unser Gepäck transportiert worden war, hatten wir trockene Kleidung zum wechseln. Unsere Radbekleidung hängten wir zum Trocknen auf, denn gegen Abend hörte es auf zu regnen.

Für Abendessen war im Gasthof gesorgt und das Frühstück hatten wir sowieso im Gesamtpaket mit gebucht.

2. Etappe:
Von Dellach nach Sachsenburg

Nach dem Frühstück am Morgen starteten wir zur 2. Etappe. Es war noch bewölkt und die Berge und Wälder dampften noch von der Feuchtigkeit vom Vortag. Aber über den Tag riss es mehr und mehr auf, trocknete ab und bis zum Ende unserer Radtour regnete es nicht wieder. Unterwegs trafen wir erst auf einen Imbisswagen, wo wir eine Kaffeepause gönnten und später stärkten wir uns in einem kleinen Restaurant am Radweg. 

Über Bruggen, Pobersach, Fellbach und Lind gelangten wir nach Sachsenburg. Unterkunft hatten wir hier im "Egger Gasthof Fritz". Hier tranken wir Kaffee und nach einem Rundgang durch den kleinen Ort aßen wir auch unser Abendessen im Gasthof.

Da die 3. Etappe nur ca. 40 km lang war, riet uns der Wirt am Abend, von Sachsenburg erst direkt zum Millstätter See zu fahren und danach die eigentliche Etappe in Angriff zu nehmen.

3. Etappe:
Von Sachsenburg nach Töplitsch

Wie vom Wirt empfohlen fuhren wir nach dem Frühstück über Möllbrücke, Lendorf, Karlsdorf und Lieserbrücke nach Seeboden am Millstädter See. Zuerst gab´s ein zweites Frühstück in einem Kaffee im Ort und danach erholten wir uns am Ufer des Sees.

Gegen Mittag begaben wir uns dann auf die vorgesehene Tour, fuhren zuerst hinunter nach Spittal und danach wieder auf dem Radweg über Molzbichl, Mauthbrücken und Ferndorf entlang der Drau. 

Bei Paternion wechselten wir die Flussseite, kehrte in einer Buschenschenke ein, um uns zu stärken und fuhren weiter über Feistritz und Kellerberg nach Toplitsch. Hier waren wir im "Gasthof Adam" untergebracht, wo für unser leibliches Wohl gesorgt wurde.

4. Etappe:
Von Töplitsch nach Kirschentheuer

Nach dem Frühstück ging es los, wir wechselten wieder die Uferseite und schon nach kurzer Zeit erreichten wir Villach, das wir durchquerten. Über St. Magdalenen, St. Ulrich und Förderlach radelten wir nach Rosegg, wo wir die Flussseite wieder wechselten. Mittagessen gönnten wir uns in einer Pizzeria am Radweg und fuhren danach entlang des Feistritzer und danach des Ferlacher Stausees bis Kirschentheuer, kurz vor Ferlach, nicht weit entfernt von Klagenfurt.

Untergebracht waren wir diesmal im Gasthof Schütz auf dessen Gelände sich gleichzeitig ein Campingplatz und ein Schwimmbad befanden. Wir erholten uns in den schönen Außenanlagen und tranken zum ersten Mal im Leben Hanfbier. Abendessen gab´s im Gasthof und den Abend verbrachten wir im Garten des Gasthofs.

5. Etappe:
Von Kirschentheuer nach Völkermarkt

Auch diese Etappe war wieder nicht allzu lang und so fuhren wir zuerst hinauf in die Tscheppa-Schlucht, wo Thomas und ich Karten kauften und die Schlucht hinauf und wieder hinunter liefen. Danach begann die eigentliche Tagestour und auch an diesem Tag gab es wieder mehrere Wechsel der Uferseite, an der der Radweg entlang führte.

Am Tagesziel in Völkermarkt wartet der einzige wirkliche Anstieg der gesamten Radtour. Während der Völkermarkter Stausee, an dem der Drauradweg in dieser Gegend entlang führt, etwas über 400 m üNN liegt, lag das Tagesziel, der "Gasthof Karawankenblick" vor der Stadt auf etwa 700 m üNN am Berg. Dafür gab es vom Balkon einen unbeschreiblich tollen Ausblick ins Drautal und zu den Karawanken. So weit außerhalb der Stadt versorgten wir uns natürlich direkt im Gasthof und genossen den Ausblick von unserem Balkon aus.

6. Etappe:
Von Völkermarkt nach Lavamünd

Die letzte Etappe bot uns aufgrund seiner Länge wieder die Gelegenheit, noch einen Abstecher zu unternehmen. Also fuhren wir nach dem Frühstück talwärts nach Lavamünd, durchquerten den Ort, fuhren dann über die Völkermarkter Stauseebrücke und radelten hinüber zum Kloppeiner See. Wir konnten dort rasten, aber das Seeufer war ringsum bebaut und nicht frei zugänglich, außer an einem kurzen Stück, wo große Bäume standen und das dadurch ganztägig im Schatten lag. Also fuhren wir zurück zur Drau und setzten unsere Tour fort.

Der Radweg verlief jetzt etwas abseits der Drau über Watzelsdorf, Lippendorf, Ruden und Untermitterdorf zur Jauntalbrücke. Diese Eisenbahnbrücke verläuft in über 90 m Höhe über die Drau, bietet aber auch einen Fuß-/Radweg und die Möglichkeit, sich mittels Bungee-Jumping Sprung von der Brücke in die Tiefe zu stürzen. Wir überquerten sie mit unseren Rädern und setzen die Tour über Schloss Neuhaus nach Lavamünd fort. Endziel der Tour war das "Gasthaus Hüttenwirt". Hier gab es alles, was das Radlerherz begehrte.

Am Morgen regnete es, was uns aber nicht mehr störte. Wir wurden mittels Kleinbus mit Radanhänger abgeholt. Also Gepäck in den Bus, die Räder auf den Hänger und zurück ging es nach Sillian. Dort gaben wir unsere Räder ab und begannen eine Wanderwoche in Ost- und Südtirol.

Es ist eine sehr empfehlenswerte Radtour mit wenig bis gar keine Anstiege, aber einer tollen Landschaft und einem super Panorama. Am Fluss kann man sich auch kaum verfahren.