Thüringen

Thüringen ist mit rund 2,1 Millionen Einwohnern und einer Fläche von rund 16.000 Quadratkilometern eines der kleinsten Bundesländer im Zentrum Deutschlands, in dem, statistisch gesehen, am längsten gearbeitet und das wenigste verdient wird. Landeshauptstadt ist Erfurt mit ca. 215.000 Einwohnern. Weitere größere (kleinere) Städte sind Jena, Gera, Weimar, Gotha, Eisenach, Nordhausen, Ilmenau, Mühlhausen und Suhl.

Thüringen liegt in der Mitte Deutschlands und grenzt an die Länder Hessen (Länge der Grenze 270 km), Bayern (381 km), Sachsen (265 km), Sachsen-Anhalt (296 km) und Niedersachsen (112 km). Der Freistaat Thüringen gehört wie auch Sachsen und Teile Sachsen-Anhalts zur Region Mitteldeutschland.

Der Name Thüringen tritt als Gebietsbezeichnung seit dem Thüringerreich im frühen 6. Jahrhundert auf. Danach bildete Thüringen kein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet mehr, auch wenn es dem Landgrafen von Thüringen für kurze Zeit gelang, große Teile der Region zu kontrollieren. Dennoch blieb der Name für die Landschaft erhalten und wurde 1920 aufgegriffen, als sich sieben Freistaaten der damaligen acht so genannten „Thüringischen Staaten“ vereinigten und das Land Thüringen begründeten. Ehemals preußische Gebiete wie Erfurt und Nordthüringen kamen am 9. Juli 1945 hinzu.

Auf dem Gebiet Thüringens gibt es mehrere kleinere und ein großes Mittelgebirge.

  • Norden: Eichsfeld, Südharz, Kyffhäusergebirge
  • Westen: Hainich
  • Süden: Thüringer Wald und Schiefergebirge, Vorderrhön, Nördlicher Frankenwald, Thüringer Vogtland
  • Osten: Thüringer Holzland, Osterland
  • Mitte: Thüringer Becken, Ilm-Saale-Platte

Die höchste Erhebung ist mit 982,9 m der Große Beerberg im Thüringer Wald. Einer der bekanntesten Wanderwege Deutschlands, der Rennsteig, verläuft von Hörschel an der Werra bei Eisenach über etwa 170 km als Kammweg sowie historischer Grenzweg bis ins Thüringer Schiefergebirge und den nördlichen Frankenwald nach Blankenstein an der Saale.

Gera

Unsere Wurzeln liegen in Gera, dort sind wir aufgewachsen und haben unsere Jugend hier verbracht. Gera ist eine kreisfreie Hochschulstadt im Osten Thüringens und liegt im Norden des Vogtlands an der Weißen Elster im ostthüringischen Hügelland in etwa 200 Metern Höhe. Es hat historische Bedeutung als Landeshauptstadt des Fürstentums Reuß jüngerer Linie und war zur Blütezeit der Stoff- und Tuchindustrie eine der reichsten Städte in Deutschland.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Gera teilweise durch Luftangriffe zerstört. Nach der Gründung der DDR wurde die Stadt 1952 Sitz des neu geschaffenen Bezirks Gera. Seit 1990 gehört sie auch administrativ wieder zu Thüringen. Die Stadt ist Sitz der Dualen Hochschule Gera-Eisenach und der privaten SRH Hochschule für Gesundheit. Gera und war Veranstaltungsort der Bundesgartenschau 2007.

In der DDR-Zeit wurde Gera durch den Uranerzbergbau bei Ronneburg zur Großstadt und erreichte 1989 mit etwa 135.000 Menschen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte. Nach der Wende sank die Einwohnerzahl rapide und liegt seit 2009 wieder unter der Marke von 100.000.

Im Stadtteil Debschwitz befindet sich der Tierpark Gera, der größte Waldzoo Ostthüringens und einer der größten Zoos in Thüringen. Im Zuge der Bundesgartenschau entstand mit dem als Hauptausstellungsbereich dienenden Hofwiesenpark ein großer zentrumsnaher attraktiver Stadtpark. Darüber hinaus verfügt die Stadt mit dem Küchengarten, einem barocken Lustgarten zwischen Orangerie und Theater, sowie dem Dahliengarten, einem Schaugarten für Dahlien, und den Botanischen Garten über weitere beliebte innerstädtische Grünanlagen.

Gera besitzt vier städtische Museen, die alle in historischen Gebäuden untergebracht sind.

  • Das Stadtmuseum im ehemaligen Zucht- und Waisenhaus, gegründet 1878, beschäftigt sich mit der Stadtgeschichte. Daneben betreibt das Stadtmuseum die Historischen Höhler unter dem Nicolaiberg, wo in den Jahren 1986 bis 1989 zehn der Geraer Höhler der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.
  • Die Kunstsammlung Gera wurde 1972 in der ehemaligen fürstlichen Orangerie eröffnet. 1991 kam das Otto-Dix-Haus hinzu, das anlässlich des 100. Geburtstags des Malers zum zweiten Museum der Geraer Kunstsammlung umgebaut worden war.
  • Im ehemaligen Schreiberschen Haus in der Altstadt befindet sich seit 1956 das Museum für Naturkunde. Weiterhin gehören zum Naturkundemuseum der unter dem Haus befindliche Höhler Nr. 188, in dem Mineralienausstellungen stattfinden, sowie der Botanische Garten.
  • Das Museum für Angewandte Kunst wurde 1984 im ehemaligen Ferberschen Haus eingerichtet.

Eisenach

Seit vielen Jahren wohnen wir nun in Eisenach, ganz im Westen von Thüringen. Eisenach ist eine Große Kreisstadt im Wartburgkreis, im Tal der Hörsel am Nordrand des Thüringer Waldes. Bekannt ist Eisenach vor allem durch die Wartburg oberhalb der Altstadt. Sie war im Mittelalter Residenzstadt der Landgrafen von Thüringen und später der Herzöge von Sachsen-Eisenach. Seit dem Ende der Monarchie führt die Stadt den Beinamen Wartburgstadt. Eisenach ist zudem Lutherstadt – Martin Luthers Mutter stammte aus Eisenach, und Luther ging hier ab 1498 zur Schule. 1685 wurde Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren, dessen Vater hier Stadtpfeifer und herzoglicher Hoftrompeter war.

Die Wartburgstadt war ein wichtiger Industriestandort in der DDR, die größten Betriebe waren der VEB Automobilwerk Eisenach (AWE), das Kombinat Fahrzeugelektrik Ruhla (FER), mit dem Stammsitz in Eisenach und Ruhla, der VEB Elektroschaltgeräte Eisenach, der VEB Elektrotechnik Eisenach und der VEB Backwarenbetrieb Eisenach. 

Den Schwerpunkt bildete der Fahrzeugbau: 1956 rollte in Eisenach der erste Wartburg vom Band. Die jährlich gesteigerten Produktionszahlen erreichten 1971 eine Jahresmenge von 42.700 PKW und 1985 die höchste Jahresproduktion von 74.000 PKW. Die Adam Opel AG führt den Automobilbau seit 1990 fort; die Automobilindustrie beschäftigt über 4000 Mitarbeiter in Eisenach.

Die Mittelstadt war von 1998 bis zum 30. Juni 2021 kreisfreie Stadt. Mit der Einkreisung erhielt sie als erste Stadt Thüringens den Status einer Großen Kreisstadt. Seit Februar 2017 ist Eisenach eine Hochschulstadt. Eisenach ist die sechstgrößte Gemeinde Thüringens und Zentrum für Westthüringen und angrenzende hessische Gemeinden.

Wahrzeichen der Stadt ist das Weltkulturerbe Wartburg. Daneben gab es auf den Bergen rings um die Altstadt zahlreiche Burganlagen, an die nur noch Flurnamen und spärliche Überreste als Bodendenkmale erinnern. Zu den erhaltenen Schlössern und schlossähnlichen Bauten in der Kernstadt zählen das Eisenacher Stadtschloss, das Schloss Fischbach, das Palais Bechtolsheim, das Landhaus Pflugensberg sowie das in Sanierung befindliche Jagdschloss Hohe Sonne.

Die Geschichte des etwa 3,8 Hektar großen Kartausgartens reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als Kartäusermönche um 1390 dort einen Klostergarten anlegten. Um 1700 wurde er zum fürstlichen Lust- und Küchengarten erhoben, Ende des 18. Jahrhunderts gestaltete man ihn in einen Landschaftsgarten um.

  • Das Stadtschloss beherbergt das 1899 gegründete Thüringer Museum. Zu diesem gehören auch die Ausstellungsbereiche in der Predigerkirche, das Teezimmer im Kartausgarten und die Reutervilla. Die kunsthandwerkliche Sammlung zog 1931 ins Stadtschloss um. Neben der Sammlung Thüringer Porzellans befinden sich dort auch Werke der Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie Stadtgeschichtliches. 

  • Die Predigerkirche beherbergt die Sammlung mittelalterlicher Schnitzkunst, die umfangreichste ihrer Art in Thüringen. In der Reutervilla, den ehemaligen Wohnräumen des niederdeutschen Dichters Fritz Reuter, befindet sich das Reuter-Wagner-Museum mit der nach Bayreuth umfangreichsten Sammlung über den Komponisten Richard Wagner.

  • Im Jahr 1998 wurde anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Automobilbau in Eisenach auf dem Gelände des ehemaligen Automobilwerks Eisenach (AWE) der symbolische Grundstein für die neue Ausstellung "automobile welt Eisenach" gelegt. Seit 2005 befindet sich die Ausstellung, die unter anderem Fahrzeuge der Marken BMW, EMW, Dixi und Wartburg zeigt, im denkmalgeschützten ehemaligen AWE-Verwaltungsgebäude O2. In unmittelbarer Nähe zu diesem befindet sich das ebenfalls denkmalgeschützte ehemalige Haupttor des AWE.

Die Duale Hochschule Gera-Eisenach bietet auf dem Campus Eisenach in der ehemaligen Carl-Alexander-Schule am Wartenberg duale Studiengänge in den Fachrichtungen Wirtschaft und Technik an.